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Rückdatierung

Seit 01.12.1999 erfolgt eine sog. „Rückdatierung“ im Rahmen der HU. Bei verspätet durchgeführter HU führt dies dazu, dass die Frist für die nächste HU mit dem Monat der Fälligkeit der letzten HU beginnt. Eine – wie bisher mögliche - HU-Fristverlängerung durch Hinausschieben ist somit nicht mehr möglich. Es erfolgt vielmehr eine Rückdatierung des Beginns der HU-Frist.Wer z.B. sein Fahrzeug im November zur HU vorführen muss, sie jedoch erst im Januar durchführen läßt, bekommt die neue Plakette rückwirkend für November erteilt. Der Gesetzestext sieht von dieser Regelung keine Ausnahme vor. Vom zuständigen Arbeitskreis unter Beteiligung des BMV wurde jedoch zwischenzeitlich eine Empfehlung an die Prüfstellen dahingehend herausgegeben, dass bei vorübergehend stillgelegten Fahrzeugen und bei Fahrzeugen mit Saisonkennzeichen keine Rückdatierung erfolgen soll, wenn in der Zeit, in der die Fahrzeuge vorübergehend stillgelegt bzw. nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen, eine HU fällig wäre. In diesen Fällen soll die Frist für die nächste HU nicht mit dem Monat der zuletzt durchgeführten HU, sondern mit dem Monat, in dem die neue HU durchgeführt wird, beginnen.

Hinweis:

Die Rückdatierung erfolgt auch bei Überschreitung der Frist zur Abgasuntersuchung.

 

Aufbewahrung des Untersuchungsberichtes

Die Neuregelung sieht vor, dass der Halter den Untersuchungsbericht der HU mindestens bis zur nächsten HU aufzubewahren hat. Sofern der Untersuchungsbericht nicht ausgehändigt werden kann, hat der Halter auf seine Kosten eine Zweitschrift zu beschaffen.
Nicht vorgeschrieben ist, dass der Halter den Untersuchungsbericht, vergleichbar mit den Fahrzeugpapieren, bei jeder Fahrt mitführt.

Hinweis:

Die Aufbewahrungspflicht gilt auch für die im Rahmen der Abgasuntersuchung ausgestellte Prüfbescheinigung.
 

Neue Fristen bei Wohnmobilen

Zum 1. November 2003 wurden die Prüffristen für Wohnmobile geändert. Wohnmobile bis 3.500kg sind jetzt den Personenkraftwagen gleichgestellt. Bei erstmals in den Verkehr kommenden Fahrzeugen ist die Hauptuntersuchung nach 36 Monaten, danach alle 24 Monate durchzuführen. Wohnmobile über 3,5 bis 7,5 Tonnen müssen in den ersten sechs Zulassungsjahren alle zwei Jahre zur technischen Untersuchung. Ab dem siebten Zulassungsjahr fällt dann wieder eine jährliche Hauptuntersuchung an. 
Ferner sieht eine Übergangsvorschrift vor, dass der Halter des Wohnmobiles einen Antrag stellen kann, wenn dessen Frist für die Hauptuntersuchung durch die geänderten Vorschriften verlängert wurde. Der Antrag ist gerichtet auf Erteilung einer neuen Plakette mit verlängerter Geltungsdauer und entsprechender Änderung des Fahrzeugscheins.
Mit der Neuregelung ist die bislang vorgeschriebene Sicherheitsprüfung für bestimmte Wohnmobile entfallen.
Bei der Abgasuntersuchung gab es keine Änderung.

Verwarnungs- und Bußgeld bei Überschreiten der Vorführfrist

Bei einer Überschreitung des Anmelde- oder Vorführtermins zur HU von zwei bis vier Monaten droht auch in Zukunft ein Verwarnungsgeld in Höhe von 15 EUR sowie bei einer Überschreitung von vier bis acht Monaten ein Verwarnungsgeld in Höhe von 25 EUR.
Der amtliche Bußgeldkatalog sieht bei einer Überschreitung des Anmelde- oder Vorführtermins zur HU um mehr als acht Monate auch zukünftig einen Regelsatz in Höhe von 40 EUR sowie 2 Punkte in Flensburg vor.
 

Eine Überschreitung der Frist zur Abgasuntersuchung um mehr als zwei bis acht Monate wird mit einem Verwarnungsgeld von 15 EUR, eine Überschreitung um mehr als acht Monate mit einem Bußgeld in Höhe von 40 EUR sowie 1 Punkt in Flensburg geahndet.

Hinweis:

Der TÜV selbst erhebt kein Verwarnungs- oder Bußgeld.

 

  Ab wann lohnt sich der Diesel?
 
ADAC-Kostenvergleich mit 460 Modellpaaren


 

Auch wenn die Preisdifferenz zwischen einem Liter Super- und Dieselkraftstoff in den letzten Monaten von über 23 Cent (Juni) auf knapp 15 Cent zusammengeschmolzen ist, lohnt sich beim Neuwagenkauf ein genauer Vergleich. 

Bei vielen Modellen kann sich der Diesel trotz höherer Anschaffungskosten schon bei einer Laufleistung von weniger als 15 000 Kilometern rentieren. So auch beim brandneuen 1er BMW, der in der Version 120d schon bei 10 000 Kilometern pro Jahr sein Pendant, den 120i, um 0,7 Cent pro Kilometer unterbietet. Die gleiche Tendenz gilt für die neue Mercedes A-Klasse. Hier liegt der 180 CDI bei 15 000 Kilometern um 1,3 Cent unter dem A170 (36,6 Cent/km).

Auffallend hoch ist der Unterschied beim Passat Variant schon bei 10 000 Kilometern im Jahr. Für die motorstarke Version 2.5 V6 TDI mit 132 kW sind die Aufwendungen mit 75,2 Cent/km mehr als 8 Cent geringer als für den vergleichbaren Benziner 2.8 V6. Ähnlich hoch ist die Differenz beim Opel Vectra in der 2-Liter-Klasse. Der 1.9 CDTI "verbraucht" 58,7 Cent, während die Benziner-Version 2.2 direct 65,8 Cent verschlingt. Geringer ist hingegen die Spanne beim neuen Audi A4 Avant. Im gleich starken Modellpaar 1.8 T und 2.5 TDI unterbietet der Diesel den Benziner erst bei einer Jahreslaufleistung von 30 000 km im Jahr um einen Cent.

 

Hier finden Sie alle Modelle im Kostenvergleich. Mehr...

 

 

Diese Tendenz setzt sich ebenso deutlich bei Importfahrzeugen fort. So lassen sich beispielsweise bei Renault und Toyota jeweils nur 2 BenzinerVersionen (Laguna 1.6 16V und 2.0 16V, Yaris 1.0 C und Corolla 1.6 Sol) bei einer Laufleistung von 15 000 Km pro Jahr günstiger fahren als vergleichbare Dieselmodelle. 

Der ADAC-Kostenvergleich ermittelt die Kosten pro gefahrenem Kilometer bei einer Haltedauer von vier Jahren. Berechnet werden hierfür die Aufwendungen für Wertverlust, Ölwechsel, Inspektionen, übliche Verschleißteile sowie Kosten für Reifenersatz, Steuern einschließlich eventueller Befreiung, Kraftstoff- und Ölnachfüllkosten und Versicherungsprämien. (gg)

 

 

Mit welcher Motorversion fährt man günstiger?


 

Diesel gegen Benziner im Kostenvergleich

 

 

Dieselmodelle bleiben in den Gesamtkosten weiterhin konkurrenzfähig, wie aktuelle Kostenberechnungen des ADAC über mehrere hundert Modellvarianten ergeben haben. 

Zwar hat sich die Preisdifferenz zwischen Super- und Dieselkraftstoff von Juni bis Oktober 2004 von über 23 Cent auf knapp 15 Cent je Liter reduziert. Dank seiner niedrigen Verbrauchswerte trifft den Diesel selbst eine überproportionale Spritpreis-Anhebung weniger hart. Somit kann er sich trotz höherer Anschaffungskosten schon bei einer Laufleistung von weniger als 15 000 Kilometern rentieren. 

Mit dem Taschenrechner alleine ist es nicht getan; so einfach noch der Vergleich zum Neuwagenpreis und den Versicherungs- und Kraftstoffkosten ausfällt, die Ermittlung des (unterschiedlichen) Aufwands für Wartung und Reparatur sowie zum Wertverlust ist Spezialistensache. Der ADAC erfasst zu diesem Zweck laufend alle  kostenrelevanten Daten und setzt sie für die Berechnung nahezu sämtlicher auf dem deutschen Markt angebotenen Modelle ein.

Der ADAC hat wieder intensiv gerechnet und für 460 Modellpaarungen die Kosten gegenübergestellt - für Jahresfahrleistungen von 10000, 15000, 20000 und 30000 Kilometer. Im Kostenvergleich mit einer angenommenen Fahrzeug-Haltedauer von 4 Jahren sind berücksichtigt: Wertverlust, Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen sowie übliche Verschleißteile und Kosten für Reifenersatz. Steuer einschl. eventueller Steuerbefreiung (z.B. für "Euro 4", die grundsätzlich zum 31.12.2005 endet). Ölnachfüll- und Kraftstoffkosten, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung. 

Vergleichen lohnt sich
 
ADAC-Spritpreisdatenbank: So schonen Sie Ihren Geldbeutel.


 

 

Super-Kraftstoff bei 1,13 Euro, Diesel bei 99 Cent – Autofahrer müssen beim Tanken zurzeit tief in die Tasche greifen. Wer sich über die dauerhaft hohen Preise nicht mehr länger nur ärgern, sondern seinen Geldbeutel aktiv schonen will, sollte einen Blick auf die Kraftstoffpreisdatenbank des ADAC werfen. Dort findet man viele Tipps, wie man den Spritpreisen ein Schnippchen schlagen kann. 

Sie wollen wissen, wieviel Sprit bei Tankstellen in der Nähe kostet? Die aktuellen Preise findet man bequem mit dem Quick-Search Exklusiv für Mitglieder. Bitte loggen Sie sich ein.. Weiterer Vorteil: In einer persönlichen Hotlist kann man sich seine Favoriten einrichten, die dann beim nächsten Besuch bei adac.de wieder auftauchen. Wichtige Zusatzinfos und mehr Komfort bietet die Detailsuche Exklusiv für Mitglieder. Bitte loggen Sie sich ein.: Hier erfährt man beispielsweise neben den Öffnungszeiten auch, ob eine Tankstelle über eine Waschanlage verfügt. Und dank digitaler Karten kann man sich auch gleich den schnellsten Weg zur Tankanlage seiner Wahl zeigen lassen. 

Lohnen kann sich auch ein Blick auf die Spritpreise im benachbarten Ausland. In manchen Ländern wie etwa Polen zahlt man pro Liter Superbenzin derzeit 33 Cent weniger als bei vielen deutschen Tankstellen. Hier hilft unsere Übersicht mit den Durschnittspreisen aller europäischen Ländern sowie der USA. Ergänzt wird das Kapitel “Tanken im Ausland“ durch eine eigene Online-Tabelle der Spritpreise an 100 österreichischen Tankanlagen. 

 

Nutzen Sie die maßgeschneiderten Informationen aus der 
ADAC-Kraftstoffpreisdatenbank. Mehr...


 

 


Mit einem noch neuen Service, dem „Korridor-Tanken Exklusiv für Mitglieder. Bitte loggen Sie sich ein.“ wird die Kraftstoffpreis-Datenbank abgerundet. Dabei können sich Autofahrer Tankstellen entlang einer beliebigen Route innerhalb Deutschlands auflisten lassen. Bereits vor der Fahrt wählt man am besten eine preisgünstige Tankanlage an der Strecke aus und spart so manchen Euro. 

Noch einen weiteren Effekt haben die Preisinformationen des ADAC: Durch konsequentes Vergleichen der Kraftstoffpreise spart man nicht nur bares Geld, sondern fördert auch die lokale Konkurrenz zwischen den Tankstellen. Denn nur ein funktionierender Preiswettbewerb zwischen verschiedenen Kraftstoffanbietern

Kostenübersicht für über 650 Neuwagenmodelle
 
Kosten im Überblick

 
Mal ganz ehrlich: Wissen Sie, wie viel Sie für Ihr Auto im Monat bezahlen oder was Sie jeder gefahrene Kilometer eigentlich kostet? Unser aktueller Vergleich der Betriebskosten hilft Ihnen, sich für einen Neuwagen zu entscheiden, mit dem Sie bei den monatlichen Unterhaltskosten und damit jeden Kilometer entsprechend günstiger fahren.

 

 

Dazu berechnet der ADAC regelmäßig die monatlichen Kosten für fast jedes in Deutschland lieferbare Neuwagenmodell. Eine aktuelle Auswahl von mehr als 650  gängigen Modellen können Sie sich hier im PDF-Format herunterladen - in unserem Autokatalog finden Sie gar die Kosten von über 5.500 aktuellen Modellen.

Bei diesen durchschnittlichen Berechnungen gehen wir davon aus, dass das neue Auto vier Jahre gefahren wird und in dieser Zeit 60.000 Kilometer zurücklegt, was einer jährlichen Laufleistung von 15.000 Kilometern entspricht.

Eine Kostenberechnung bei Gesamtfahrleistungen bis hin zu 160.000  Kilometern oder bis zu fünf Jahren Nutzung ist mit unserer CD-ROM "Autokosten 2004/2005" unter Berücksichtigung Ihrer individuellen Vorgaben möglich. Nähere Informationen erhalten Sie im ADAC Shop. Unter der Service-Rufnummer 0 180 5 10 11 12 (12 Cent/Min) erhalten Sie als Mitglied eine individuelle Einzelberechnung.

Aus welchen Teilen setzen sich aber nun die Autokosten zusammen?

 

Fixkosten Werkstatt-/Reifenkosten
Betriebskosten Wertverlust
PDF-Download

Fixkosten
Der erste Posten sind Ausgaben, die regelmäßig anfallen - gleichgültig ob das Auto steht oder gefahren wird.

 

Für unsere Berechnungen legen wir zu Grunde:

  • Haftpflichtversicherung mit unbegrenzter Deckungssumme, Beitragssatz 50 Prozent, Regionalklasse R6, jährliche Zahlungsweise sowie die jeweilige Typklassen-Einstufung.
  • Vollkaskoversicherung (Regionalklasse R8) mit 500 Euro Selbstbeteiligung, Beitragssatz 50 Prozent und die jeweilige Typklassen-Einstufung.
    Es werden die Normaltarife der ADAC Autoversicherung ohne Zusatzrabatte wie z.B. Garage oder Wenigfahrer sowie Mitgliederrabatte bei jährlicher Zahlungsweise sowie durchschnittlichen Regionalklassen angesetzt.
  • KFZ-Steuer - Steuerbefreiungen schadstoffarmer Fahrzeuge sind berücksichtigt.
  • Pauschale von jährlich 200 Euro z.B. für Parkgebühren, Landkarten, Haupt- und Abgasuntersuchung usw. 

Wenn Sie eine Garage oder einen Stellplatz haben, muss auch eine eventuell hierfür anfallende Miete anteilig auf die monatlichen Fixkosten aufgeschlagen werden.

 


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Werkstatt-/Reifenkosten
Der zweite Punkt sind die in vier Jahren voraussichtlich anfallenden Werkstatt- und Reifenkosten, die wir für jedes Modell beim Hersteller erfragen und berechnen. Die Posten im Einzelnen:

 

  • Inspektionen und Ölwechsel. Unterschiedliche Wartungsintervalle und -umfänge sowie Material- und Lohnkosten sind berücksichtigt.
  • Typische Verschleißreparaturen, die nach Erfahrungen des ADAC besonders häufig anfallen, z.B. Auspuff oder Bremsen. An eine neue Batterie oder Glühlampen haben wir bei der Berechnung auch gedacht. Ebenso werden die erforderlichen Kosten für Reifenersatz berücksichtigt.
  • Zusätzliche Reparaturkostenpauschale, gestaffelt nach Fahrzeugklassen, ab einer Haltedauer von über 3 Jahren oder nach einer Gesamtlaufleistung von 80000 km (ADAC Vorgabe). 

Zur Berechnung der Werkstattkosten haben wir die durchschnittlichen Werkstattstundensätze der jeweiligen Hersteller, inkl. 16% MwSt. zugrunde gelegt. Diese ersehen Sie in der Tabelle rechts neben der jeweiligen Markenbezeichnung.

 

Betriebskosten
In dieser Rubrik sind alle Kosten zusammengefasst, die das fahrende Auto verursacht:

 

  • Kraftstoffkosten, ermittelt aus dem Kraftstoffverbrauch nach dem EU-Fahrzyklus und den durchschnittlichen Kraftstoffpreisen je Liter; Normalbenzin 1,07 Euro, Super 1,09 Euro, SuperPlus 1,13 Euro, Diesel 0,89 Euro und Erdgas 0,65 Euro/kg.
  • Nachfüllkosten für Motoröl
  • Pauschale von 250 Euro für Wagenwäsche und Pflege pro Jahr.

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Wertverlust
Der größte Posten der monatlichen Autokosten ist der Wertverlust, den Ihr neues Auto schon vom ersten Tag an erleidet. Falls Sie nach vier Jahren ohne teure Fremdfinanzierung einen gleichwertigen Neuwagen kaufen wollen, geht dies nur, wenn Sie den monatlichen Wertverlust durch gleich hohe Rücklagen ausgleichen. Mit dem Erlös für Ihr altes Fahrzeug haben Sie so nach vier Jahren das nötige Kapital fürs neue Auto zusammen. Kalkulatorische Zinsen sind in unseren Standardberechnungen allerdings nicht berücksichtigt. 

 

Die Wertverlustangaben werden aus den Gebrauchtwagenwertnotierungen der Deutschen Automobil Treuhand (DAT) abgeleitet. Dabei achten wir zusätzlich auf preismindernde Modellwechsel, die evtl. im Berechnungszeitraum stattfinden werden. Der Basispreis für die Ermittlung des Restwertes ist die unverbindliche Preisempfehlung ab Werk. Auf diesen Preis schlagen wir 1000 Euro für sinnvolle Extras wie z.B. Klimaanlage oder auch ein Schiebedach, die den Wiederverkaufswert auch etwas erhöhen. Die Kosten für Überführung und Zulassung haben wir pauschal mit 500 Euro angesetzt.

Also: Wollen Sie lieber Melkkuh oder Cleverle sein? Sie haben die Wahl.


Auto- und Zweiradfahrer im Sommergewitter
Blitzeinschläge ohne Folgen

 
Blitz-Entladungen - seit jeher ein beeindruckendes, aber auch furchteinflößendes Naturspektakel. Mit dem Aufkommen von Ganzstahl-Autokarosserien vor gut 100 Jahren gab es zumindest für Autofahrer Entwarnung. Warum das so ist, das sollten Sie hier vor dem nächsten Gewitter schon einmal in aller Ruhe studieren..

 

 

 

 

Der "Faradaysche Käfig"
Bei Blitzentladungen entstehen Spannungen bis zu einigen hundert Millionen Volt mit Strömen zwischen 10.000 und 20.000 Ampere (Haushalts-Stromnetze sind auf maximal 15 - 25 Ampere bei 250 Volt Spannung ausgelegt). Also: Höchste Gefahr für den Menschen außerhalb seines mit Blitzableitern gesicherten Hauses? Für Fußgänger oder Zweiradfahrer ja, die Insassen von Autos haben es aber, bei Beachtung einiger Verhaltensregeln, deutlich besser. 

 

Die wissenschaftliche Begründung hierfür verdanken wir dem Engländer Faraday. Dieser war schon lange vor der Erfindung des Automobils darauf gekommen, dass der Aufenthalt innerhalb eines Blechgehäuses, das aber auch die Gitterstruktur eines "Käfigs" haben kann, beim Blitzeinschlag unbedenklich ist, und zwar solange, wie eine Berührung des Metalls von Innen ausgeschlossen wird. Wer dies "live" erleben will, kann es im Deutschen Museum in München tun (und sich anschließend das Original des allerersten Autos, des "Benz Patent-Motorwagens" ansehen, der, als motorisierte offene Holzkutsche, keinesfalls als "blitzgeschützt" gelten kann).

 


 

Limousinen
Im Regelfall sitzen wir in Autos mit einer geschlossenen Blechkarosserie. die dann auch ganz exakt dem beschriebenen "Käfig"-Prinzip entspricht. Demnach: Alles ganz gefahrlos? Einige Dinge sollte man schon beachten: Als Parkplatz während eines Gewitters keine gegenüber der Umgebung erhöhte Punkte aussuchen, Fenster und Schiebedach schließen, alle Antennen, soweit möglich, einziehen (könnte im Fall des Falles kritisch für die angeschlossenen elektronischen Geräte und deren Verkabelung sein), das Handy nicht benutzen bzw. von der Antenne trennen. Im Innenraum sollte man keine Metallteile, die mit der Karosserie in Verbindung stehen, berühren, was bei der heutzutage üblichen Kunststoffauskleidung kaum ein Problem darstellen dürfte.

 

Wenn nun, was in der Praxis aber extrem selten vorkommt, ein Blitz tatsächlich einschlägt, dann sind für die Insassen, verursacht durch die Blend- und Knallwirkung, Schreckreaktionen denkbar. Für das Auto läuft es unter Umständen nicht ganz so gut ab: Bei Versuchen in Hochspannungs-Labors ("echte" Blitzautos sind offenbar wirklich nicht aufzutreiben) konnte man Brandspuren am Lack (punktförmig an den Ein- und Austrittsstellen) sowie quer über die Reifenflanken (entsprechend dem Blitz-Verlauf zum Erdboden) feststellen.

 


 

Kunststoff-Karosserien
Eine Aluminium-Außenhaut oder eine Kunststoff-Beplankung auf einem Metall-Gerippe (gängiges Konstruktions-Prinzip bei Freizeitmobilen, aber auch an früheren Modellen des Renault Espace und beim "Trabbi") wirken ebenfalls wie ein "Faradayscher Käfig". Kritisch wären allenfalls reine Kunststoff-Gehäuse, die aber im Fahrzeugbau kaum, allenfalls als Einzel-Bauteile (Alkoven bei Gewitter meiden!) vorkommen.

 

 


 

Und ohne festes Dach?
Erste Maßnahme, auch wenn der Hinweis überflüssig klingt: Cabrio-Verdeck schließen. Dann allerdings funktioniert auch hier das Prinzip des Herrn Faraday: In nahezu jeder Verdeck-Konstruktion befinden sich zur Querversteifung "Spriegel" (Stangen) aus Metall, die einen Einschlag über Karosserie und Reifen zum Boden ableiten. Auch Windschutzscheibenrahmen, Überrollbügel, Verdeck-Mechanik wirken hier vorteilhaft mit. 

 

Dies belegen auch Labor-Simulationen: Demnach sind Brandspuren im Verdeckstoff nicht immer auszuschließen, für die als Insassen ausgewählten Versuchspuppen waren die Folgen aber völlig unbedenklich. Meldungen, dass es im realen Unwettergeschehen für Cabrio-Passagiere einmal schlimm ausgegangen wäre, existieren folgerichtig auch nicht.

 


 

Zweiradfahrer
Hier gibt es nur eine Empfehlung (wie allgemein für Fußgänger auch): Exponierte Stellen und die Nähe zu hohen Objekten (Bäume, Masten) meiden, nach Möglichkeit unter Brücken o.ä. Schutz suchen, Abstand von der Maschine halten, im freien Feld eine "Kauerstellung" einnehmen.

 


Fazit
Gefährlich für motorisierte Verkehrsteilnehmer sind bei Gewitter vorrangig schlechte Sicht, Hagelschauer, Windböen, Aquaplaning, abgerissene Äste und andere Hindernisse auf der Fahrbahn. Auch die Statistiken nennen regelmäßig als "Blitzopfer" Fußgänger, Wanderer, Sportler, Arbeiter in Außenbereichen, aber eben keine motorisierten Verkehrsteilnehmer. Trotzdem ist es ganz gut zu wissen, wie Blitzschläge auf Fahrzeuge wirken und was man beachten sollte.

 

 

 

 
 
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